Was stand vor mehr als 50 Jahren über Worringen im „Fips“ ? (Juni 1963)

 

Im Fundus des Heimatarchivs befinden sich – auch für unsere Besucher zugänglich – mehrere nach Jahreszahlen gebundene Ausgaben „Rheinischer Anzeiger, Heimatzeitung für Köln-Worringen – Dormagen – Zons – Nievenheim und Umgebung.“

Hier eine Auswahl (Abschrift) aus dem Monat Juni 1963; wird fortgesetzt.

• Das Zentraltheater Worringen zeigt von Montag bis Freitag den Film „Hatari“ mit Hardy Krüger, John Wayne und Elsa Martinelli. Die große Besetzung, fesselnde Abenteuer wie noch nie auf der Leinwand erlebt und prächtige Farbaufnahmen machen diesen Film zu einem großen Erlebnis.
• Bei einem schweren Radrennen in Herringen belegte Karl-Heinz Wirtz den 3. Platz nach Beschluss des Wettfahrausschusses, obwohl der 2. Platz eher gerechtfertigt war.
• Der Worringer Männergesangverein veranstaltete gemeinsam mit dem Ersten Kölner Akkordeonorchester ein volkstümliches Konzert im Saal der Gaststätte Schwarz. Das ausgezeichnete und hervorragend interpretierte Programm mit Stücken u.a. von Jan Sibelius, C.Mahr,K. und H. Gengler sorgte für ein wunderschönes Konzert, dem leider ein größeres Auditorium fehlte. Dies lag wahrscheinlich an der beginnenden Urlaubszeit.
• Die Farbenfabriken Bayer haben bei der Gewerbeaufsicht der Bezirksregierung Köln die Errichtung je einer Anlage zur Herstellung von Synthesekautschuk und Toluylendiisocyanaten beantragt.
• Eine 2,5 Zimmer Wohnung kostet ca. 40 DM Miete.
• Die Ausbauarbeiten an der B9 Dormagen-Köln sind abgeschlossen.
• Wie sehr den „Zebras“ Hachem und Anton im Spiel gegen Nordstern (3:1 verloren) gefehlt hatten, wurde beim SC West deutlich. Die Worringer gewannen durch Tore von Anton und 2 mal Hachem mit 3:1. Noch deutlicher fiel der Sieg gegen Zollstock mit 6:3 aus, die Torschützen waren hier Schäfer, Russek, Anton, Claus und 2 mal Montag. Es bestehen noch Chancen für den Aufstieg.
• Zahnarzt H.G. Heinhaus, Bitterstrasse 102 verreist vom 15. Juni bis 08 Juli. Seine Vertretung übernehmen die Kollegen H.Weidhaas, Bitterstrasse und Dr.H.Lorf, Pannenackerweg Hochhaus.
• Der Rat der Stadt Köln billigte endlich das von der Verwaltung vorgelegte Rahmenprogramm für das neue Krankenhaus Worringen. Laut diesem Programm sind für den Neubau 250 Betten vorgesehen. Es soll aber erweiterungsfähig bis zu einer Gesamtzahl von 500 Betten sein. Die 250 Betten werden auf die Fachgebiete Innere Medizin (70), Chirurgie (110) und Gynäkologie/Geburtshilfe (70) aufgeteilt. Ferner sind Räumlichkeiten wie Kreißsaal, Therapie, Untersuchungsräume, Umkleide und Toiletten, Versorgungsräume, OPs, Röntgen u.v.m vorgesehen. Für die Seelsorge beider Konfessionen soll jeweils eine Kapelle gebaut werden. Prinzipiell liegt auch schon die Planung für die Schwestern- und Personalhäuser fest. Die Frage ist nur: Wann wird mit dem Bau begonnen ? Die Dringlichkeit ist von Chefarzt Dr. Bourmer in mehreren Bürgerversammlungen deutlich genug unterstrichen worden.
• Die Aufstellung eines Bebauungsplans hat der Rat wie folgt beschlossen: die Regelung der baulichen und sonstigen Nutzung des Gebietes nördlich der Hackenbroicher Straße und westlich der Bundesbahn, das im Westen und Norden durch die Stadtgrenze bestimmt wird.
• Gleich dem SSV Roggendorf aus der Parallelstaffel haben auch die Fußballer der Worringer Zweitvertretung die Meisterschaft gewonnen und damit den Aufstieg in die zweite Kreisklasse geschafft. Kuhn schaffte einen Hat-Trick und König beseitigte bei dem 4:2 gegen Sülz alle Zweifel.
• Im Saale Matheisen-Meurer findet am 16. Juni ein Großer Tanzabend mit einer modernen Tanz-und Unterhaltungskapelle statt.
• Der Fips gibt allen Lesern Tips für Reisen mit dem Auto ins Ausland. Hier einige Beispiele: Die Höchstgeschwindigkeit in Belgien und Luxemburg ist in größeren Städten auf 60 km festgesetzt. Wenn Ihnen in Holland im Kreisverkehr ein von rechts kommendes Fahrzeug die in Deutschland gewohnte Vorfahrt nimmt, denken Sie nicht, der Fahrer habe zu viel des gehaltvollen Genevers genossen: er darf. Hupen ist in Spanien eine freudig geübte Pflicht, ebenso wie in Jugoslawien. Neapel sehen und dann sterben. Wenn Sie vorsichtig fahren, können Sie die malerische Stadt auch ohne böse Folgen besichtigen. Lassen Sie unbedingt Ihr Fahrzeug in der Hotelgarage, wenn Sie in Österreich den Heurigen probieren, schon 0,8 Promille genügen, um Sie mit den österreichischen Gesetzen in Konflikt zu bringen.

Fachwerkhaus Auf der Burg Nr. 2


Der Anblick des im 19. Jahrhundert erbauten Fachwerkhauses spiegelt in keiner Weise die äußerst geschichtsträchtige Vergangenheit wider. In der jetzigen Zeit ist es kaum nachvollziehbar, dass in diesen beengten Räumlichkeiten die Eheleute Hermann und Christine Raski, geb. Pesch, mit ihren zwölf Kindern lebten und im gleichen Trakt noch Kühe und Schweine ihren Stall hatten. Die damals notwendige Mistmulde am Eckhaus zur Lohn würde beim heutigen Verkehrsaufkommen sicherlich zu einem Chaos auf der Straße führen.
Wenn die alten Worringer von diesem Haus, das ursprünglich als erstes Haus in dieser Straße die Hausnummer eins führte, sprechen, fällt der Beiname „An Schwatze.“ Diese alte Redewendung wurde vom Vater der auf dem Lievergesberg geborenen Christine Raski geprägt. Aufgrund seiner pechschwarzen Haare erhielt er den besagten Beinamen.
Vier Kinder der Eheleute Hermann und Christine Raski blieben unverheiratet und lebten bis zu ihrem Tode im Elternhaus „Auf der Burg Nr. 2“. Die im Jahre 1894 geborene Tochter Christine verstarb 1989 im Alter von 94 Jahren.

                    

 Die Vorfahren von Hermann Raski stammen aus Polen, deshalb auch die Schreibweise ohne „y“ im Gegensatz zu einer anderen in Worringen ansässige Dynastie Rasky.
Hermann Raski, von Beruf Küfer, fertigte in seiner Werkstatt „Auf dem Markt“ Fässer aus Eisen. Weil die Großfamilie von diesem Einkommen nicht ausreichend zu ernähren war, begann er eine neue Arbeitsstelle bei der Bahn. Neben dieser Tätigkeit versorgte er seinen geringen Viehbestand und erledigte mit Hilfe der gesamten Familie die anfallenden Feld- und Gartenarbeiten . Um 1934 übernahm der Sohn Wilhelm den kleinen bäuerlichen Betrieb und führte ihn bis zu dessen Aufgabe im Jahre 1958. Die zum Anwesen Anno 1899 erbaute Scheune befand sich einige Häuser aufwärts, auf der Burg Nr. 9. Im Jahre 1930 wurde sie zu einem Wohnhaus umgebaut und jetzt von Tini Wirtz geb. Raski bewohnt. 1989 wurden die Räume des alten Fachwerkhauses saniert. In der Haustüre befindet sich noch heute ein kunstvolles Ornament aus Eisen. Es wurde 1919 von dem damaligen Schlossermeister Joseph Raski nach eigenen Plänen angefertigt. Der Entwurf hierzu befindet sich im Worringer Heimatarchiv.

 

Bericht: Aufzeichnung zur Worringer Ortsgeschichte von Hans-Josef Heinz
Foto: Heimat Archiv Worringen 2018

Heimat ohne Hoffnung - Auswanderer aus Worringen nach Nordamerika im 19. Jahrhundert

Auswanderung als Phänomen und Thema des 19. Jahrhunderts

Nein - mutwillige Abenteurer waren es nicht, die Heimat und Freunde verließen auf der Suche nach einer neuen, lebenswerten Existenz. Für die Auswanderung gab es unterschiedliche in ihrer Dramatik für uns heute kaum noch vorstellbare Ursachen: Hunger, Existenznot und politische Unterdrückung ließen einen Entschluss reifen, der nicht nur den Mut für die Entscheidung auszuwandern erforderte, sondern anschließend eine dauernde Bewährung verlangte. Auswanderung war ein Schicksal. Viele Mythen ranken sich um dieses Phänomen, die es näher zu beleuchten lohnt.

Die Auswanderung nach Amerika war zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch kein Massenphänomen. Die meisten Menschen, die ihre Heimat verließen, waren bis in die 1830er Jahre Einzelauswanderer. Erst danach und bis etwa 1890 brachen zahlreiche Familien, manchmal auch ganze Nachbarschaften und Dorfgemeinschaften nach Amerika auf. Wichtigste Ursachen waren strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft und Gesellschaft, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Verarmung breiter Bevölkerungsschichten geführt haben.
Die Lebensverhältnisse in Worringen waren zu dieser Zeit gleichfalls als ärmlich zu bezeichnen. Die Versorgung der meisten Einwohner war äußerst dürftig, weil das geringe Realeinkommen kaum zum Leben ausreichte. Die Schulkinder mussten mitverdienen, im Frühjahr und Herbst verrichteten sie nach Unterrichtsschluss Feldarbeit. Gründlich wandelte sich dies erst um 1870, als Worringen vom industriellen Aufschwung erfasst wurde und die altüberkommenen gesellschaftlichen Formen und Inhalte in Bewegung gerieten.

                        

Viele Menschen wanderten im Laufe des 19. Jahrhundert aus dem deutschsprachigen Raum bzw. dem Gebiet des späteren Deutschen Reiches aus. Die meisten gingen nach Nordamerika. Zwischen 1815 und 1848, dem Jahr der Revolution, verließen 600.000 Menschen das Gebiet des Deutschen Bundes. Zwischen 1816 und 1900 wanderten etwa 5 Millionen Deutschsprachige nach Amerika aus.
Die Zahl der Auswanderer nach Amerika lässt sich heute nur schwer genau ermitteln. Sie ist lange Zeit für nicht sehr hoch gehalten worden, was mit der unvollständigen schriftlichen Überlieferung zusammenhängt. Man brauchte eine Auswanderungserlaubnis, also eine offizielle Genehmigung. Die Behörden erhielten dadurch Kenntnis von den Auswanderungen, die beantragt wurden, für die also der erforderliche Konsens eingeholt werden musste, aber zahlreiche Auswanderer verließen auch ohne offizielle Erlaubnis ihre Heimat. In den Akten der jeweiligen Bürgermeisterei, bei der der Antrag gestellt wurde, in denen des Landrats, der ihn begutachtete, und in der Bezirksregierung, welche die Urkunde ausstellte, finden sich meistens also nur die bekannten Fälle, die der “erlaubten” Auswanderung.

                                                        

Wer wanderte aus?
In erster Linie verließen ihre Heimat die besitzlosen Menschen oder die, die durch den Wandel der Landwirtschaft zur Industrialisierung keine Arbeit mehr fanden. So gab es viele Kleinbauern und Handwerker, die hofften, in der "Neuen Welt" bessere Verhältnisse vorzufinden.
Die Industrialisierung hatte Mitte des 19. Jahrhunderts eingesetzt und alte Handwerksgewerbe waren nicht mehr gefragt. Dazu kamen dann all diejenigen, die auch aus politischen Gründen das Deutsche Reich verließen. Also vor allem die gescheiterten Revolutionäre der 1848er Revolution, die aus Verzweiflung ihre Heimat aufgaben. Gerade ihnen schien Amerika mit seiner doch freiheitlichen Verfassung ein besseres Pflaster als die reaktionären Kleinstaaten im späteren Deutschen Reich.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts sollte sich das ändern, als sich das Deutsche Reich von einem Auswanderungsland in ein Einwanderungsland wandelte. Weil die Wirtschaft prosperierte, ging es auch vielen Menschen besser, und es bestand zumindest kein materieller Grund mehr, in die Fremde auszuwandern.

80 Tage auf kaum einem Quadratmeter
Die Schiffsreisen waren damals gar nicht so einfach. Man konnte ja nicht so einfach ins Flugzeug steigen und den Ozean überqueren. Zunächst musste man mit seinem Gepäck einen der sog. Überseehäfen erreichen. Das waren beispielsweise Bremerhaven, Hamburg oder Antwerpen. Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Passagiere auf einem Überseeschiff nicht mehr als 1,88 m x 0,63 m Platz, um zu schlafen, zu essen und die Fahrzeit zu verbringen. Die anstrengende Überfahrt dauerte zwischen 40 und 80 Tagen. Erst gegen Ende des Jahrhunderts wurde es dann besser, als moderne und größere Schiffe mit leistungsfähigen Maschinen zum Einsatz kamen, die die Fahrzeit dann auf etwa zwei Wochen verkürzten.

              

Die Brücken zur Heimat waren meist abgebrochen
Auswanderung war keineswegs eine Garantie für die sprichwörtliche Karriere „vom Tellerwäscher zum Millionär“. Allerdings haben viele Ausgewanderte in ihren Briefen an die Heimat durch ihre geschönten Berichte den Eindruck erweckt, in der neuen Heimat würde ihnen alles gelingen. Kein Wunder, dass die Daheimgebliebenen „hin und weg“ waren. Wenn man jedoch scheiterte, so führte auch oft genug kein Weg mehr zurück in die alte Heimat, denn man hatte ja dort alle Brücken abgebrochen. Doch wer ein Handwerk gelernt hatte und genügend Ausdauer besaß, erhielt eine Chance.
Trotzdem scheiterten viele in ihrer neuen Heimat. Weniger bekannt ist, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl der Ausgewanderten wieder zurückkehrte, um Illusionen ärmer und an Erfahrungen reicher. Sie zogen „hin und wieder weg“, nämlich zurück in die alte Heimat. Aus den Akten des 19. Jahrhunderts wird abseits des Üblichen Geschichte in Geschichten lebendig. Es öffnet sich der Blick für das Unbekannte, das Ungewohnte und das Überraschende. Vergangene Lebenswelten werden konkret und rücken näher. Dennoch, die Radikalität früherer Lebensweisen bleibt heute Lebenden fremd. Erkennbar aber ist, dass hinter Schicksalen und manchen Tragödien die Kraft und der Mut der Menschen erstrahlten, die den Aufbruch ins Ungewisse wagten.

Familien- und Ahnenforschung
Anlass zum Bericht waren Aktenvorgänge zu Sterbeeintragungen von Worringer Passagieren auf dem Dreimaster “Vierge Marie“ im Jahr 1854. Die Annahme, dies würde höchstwahrscheinlich mit einer damaligen Auswanderungswelle zusammenhängen, wurde durch Nachforschungen bestätigt.
Ausführungen zur SV Vierge Marie + 1854
„On November 9th, 1854, the Belgian wooden barque VIERGE MARIE,
built in 1827 by Marguerie and owned at the time of her loss by
Spilliaert-Caymax, on voyage from Antwerp to New York, was
wrecked on Long Island. All 27 crew were saved.”
Übersetzung
„Am 9. November 1854 havarierte die belgische Holzbark VIERGE MARIE,
erbaut 1827 durch Marguerie und beim Verlust im Besitz von
Spilliaert-Caymax, auf der Reise von Antwerpen nach New York vor
Long Island. Alle 27 Mitglieder der Crew wurden gerettet.“
Von den an Bord untergebrachten rund 130 Passagieren starben während der Überfahrt 27 (Zeitungsausgabe: „The New York Herald, November 11, 1854, Morning Edition“).

                                                    Abb. 10 klein
                                                                                                             LAV NRW R, PA 2106 Nr. Worringen S 1855, Urkunde 59

Nach Eintragungen im Schiffstagebuch Oktober 1854 von Kapitän Gerardus Seykens fanden folgende Worringer auf der Überfahrt (vermutlich wegen einer Typhuserkrankung) den Tod:
Anna Maria Hüsch am 11. Oktober 1854 (25 Jahre alt) - Eltern: Jakob Hüsch (67 Jahre alt?), geboren in Worringen, und Margaretha geb. Axler (62 Jahre alt)
Margaretha Bachem geb. Hüsch am 11. Oktober 1854 (56 Jahre alt), Witwe von Johann Bachem
Wilhelm Weber am 12. Oktober 1854 (24 Jahre alt) - Ehefrau: Catharina geb. Mux
Heinrich Blum am 17. Oktober 1854 (34 Jahre alt), geboren in Worringen (Weiß?) - Ehefrau: Agnes geb. Hüsch (33 Jahre alt)
Margaretha Blum am 17. Oktober 1854 (4 Jahre alt) - Eltern: Heinrich Blum und Agnes geb. Hüsch
Margaretha Dormann geb. Nicolini am 17. Oktober 1854 (44 Jahre alt) - Ehemann: Friedrich Dormann
Friedrich Dormann am 18. Oktober 1854 (43 Jahre alt), geboren in Worringen - Ehefrau: Margaretha geb. Nicolini
Petronella Blum am 26.10.1854 (1 Jahr alt) - Eltern: Heinrich Blum und Agnes geb. Hüsch

Die meisten der typisch-detaillierten Passagier- und Abfahrtslisten der auslaufenden Schiffe für Auswanderer registrierten neben Familienname, Vorname sowie Geburtsjahr, Herkunftsland, Herkunftsort und häufig auch den Beruf. Sie sind damit eine überaus wertvolle Quelle für unsere Familien- und Ahnenforschung.
Ausgewertet wurde die Auflistung des Landesarchivs NRW - Abteilung Rheinland - Auswanderer aus dem Rheinland, Düsseldorf 1997. Die hieraus erstellte Tabelle der Auswanderer aus Worringen nach Nordamerika im 19. Jahrhundert siehe Abbildung 11.

                                                           

Jedoch verließen auch zahlreiche Auswanderer ohne offizielle Erlaubnis ihre Heimat. Daher unser Aufruf an Sie: Melden Sie uns mündliche Überlieferungen zu Auswanderern aus Worringen, die im 19. Jahrhundert gen Westen aufbrachen. Überlassen Sie uns persönliche
Familienunterlagen (Familienchroniken, Briefwechsel, Postkarten u. ä.). Wir möchten diese für die Forschung auswerten. Danach erhalten Sie Ihre Unterlagen selbstverständlich zurück.
Kontaktaufnahme:
Hans-Georg Decker Tel. 02206 6634 E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder
Matthias Auweiler Tel. 0221 5901385 E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .
Während der Öffnungszeiten des Heimatarchivs ist in der Regel auch ein Teammitglied vor Ort.

Literaturquellen
Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2011 (2012) des “Kreisheimatbund Neuss e.V.“
https://www.landesarchiv-bw.de/auswanderung-im-19.-jahrhundert
https://wrecksite.eu/wreck.aspx?207109
Ermittlungen von Hans-Georg Decker und Matthias Auweiler, Familien- und Ahnenforschungsteam Heimatarchiv Worringen
Abbildungsnachweise
1 Archiv Rhein-Kreis Neuss
2 - 9 https://www.google.de/auswanderer-nach-amerika-im-19.jahrhundert/abbildungen
10 Landesarchiv NRW - Abteilung Rheinland - PA 2106 Nr. Worringen S 1855, Urkunde 59
11 Landesarchiv NRW - Abteilung Rheinland - Auswanderer aus dem Rheinland, Düsseldorf 1997
12 https://www.findagrave.com/memorial/109024418/lersch

Bericht: Manfred Schmidt
heimatarchiv-worringen.de/Februar 2018

Brandneu im Heimatarchiv: das „Tüthoon"

                                                                                                                                                                  

Um das Jahr 1870 bestand in Worringen eine Freiwillige Feuerwehr, die sich hauptsächlich aus ortsansässigen Handwerkern aller Berufssparten und Landwirten zusammensetzte. Bis zur Errichtung der Freiwilligen Feuerwehr, wie wir sie heute kennen, beruhte das Feuerlöschwesen in erster Linie auf Nachbarschaftshilfe.

Rudi Michel übergab dem Heimatarchiv kürzlich ein „Brandhorn“, das bis etwa 1930 von seinem Großvater Franz Hüsch bei Feueralarm verwendet wurde. Im Kölnischen Sprachschatz wird dieses Relikt als „Tüthoon“ (Horn zum Blasen) bezeichnet.

Franz Hüsch (1872-1962), von den alteingesessenen Worringern „Kutscher“ genannt, wohnte Auf der Burg Nr. 13. Sowohl dort als auch im Ort verteilt befanden sich in mehreren Häusern Feuermeldestellen, deren Erkennungshinweis sichtbar am Haus angebracht war.

Bei einer Brandmeldung leiteten die dort ansässigen Signalgeber auf Blashörnern den Alarm nach einem festgelegten System an die nächstgelegenen Meldestellen weiter. Anhand der Anzahl von Signaltönen wussten die Einsatzkräfte, in welchem „Veedel“ sich die Brandstelle befand.

Um 1930 wurde diese Art der Kommunikation durch eine elektronische, von Hand gesteuerte, Brandsirene ersetzt. Vermutlich wurde sie auf dem Gebäude des Städtischen Kindergartens (St.-Tönnis-Straße 28) installiert.

Das Brandhorn ist im Heimatarchiv Worringen, Breiter Wall 2-4 zu den Öffnungszeiten (mittwochs von 17 bis 19 Uhr) zu sehen.

                                                                                                                        

 

 

Quellen: Rudi Michel und Maria Esser
Bericht und Fotos: Heimatarchiv Worringen e.V.