Heimatarchiv Worringen verlängert Öffnungszeiten

 

Anlässlich der Ausstellung „1.200 Jahre Christentum in Worringen“ und aufgrund der früh einsetzenden Dunkelheit in den Wintermonaten, hat das Heimatarchiv beschlossen, die Öffnungszeiten mittwochs bis zum 06. Februar 2019 um zwei Stunden von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr zu verlängern. Hiermit kommt das Heimatarchiv besonders älteren Menschen und denen entgegen, die ungern im Dunkeln das Haus verlassen möchten.

         


1.200 Jahre Christentum in Worringen
Ökumenischer Gottesdienst und Sonderausstellung gut besucht

Seit vielen Monaten stand Manfred Schmidt, Mitarbeiter im Heimatarchiv Worringen unter Volldampf, denn er hatte sich viel vorgenommen, als er nach der Feststellung, dass das Christentum in Worringen bereits seit 1.200 Jahren Bestand hat, eine Sonderausstellung zu installieren. Im Rahmen seiner Recherchen zu dem im Worringer Fronhof geborenen Pfarrer Josef Marxen, der 1946 in Albanien ermordet wurde, entstand die Idee einer gemeinsamen ökumenisch konzipierten Veranstaltung mit allen in Worringen vertretenen christlichen Gemeinden. Alle Gespräche im Vorfeld mit den Pfarrern der katholischen Kirche (Thomas Wolff), und der evangelischen Kirche (Volker Hofmann-Hanke) sowie dem Bezirksältesten der neuapostolischen Kirche (Bernd Skoppek), verliefen positiv und die Veranstaltung wurde von allen Kirchengemeinden unterstützt.
Geplant und letztendlich am 11.11.2018 durchgeführt, wurden ein ökumenischer Gottesdienst, eine Infoveranstaltung zu Pfarrer Marxen im St.-Tönnis-Haus und eine anschließende Ausstellung im Heimatarchiv zum Thema „1.200 Jahre Christentum in Worringen“.Der ökumenische Gottesdienst in St.Pankratius war der Beginn der gemeinsamen Veranstaltung und obwohl kurz vorher noch ein Kindergottesdienst zum Martinsfest gehalten wurde, füllte sich die Kirche erneut mit zahlreichen Gläubigen aller drei vertretenen Konfessionen. In ihren Grußworten zum Gottesdienst betonten die Pfarrer Wolff und Hofmann-Hanke, sowie  Bezirksältester Skoppek ihren gemeinsamen Willen zur Ökumene. Herr Skoppek von der neuapostolischen Gemeinde, hatte anlässlich dieser Veranstaltung erstmals Kontakt zu seinen Worringer Priesterkollegen und er legte großen Wert auf das „gemeinsame Christ sein“ und den „interreligiösen Dialog“. Der Gottesdienst zur Mittagszeit wurde dann auch gemeinsam gehalten; incl. der Fürbitten aller drei Konfessionen.Nach dem Gottesdienst trafen sich die drei Kirchengemeinden im St.-Tönnis-Haus zu einem Referat von Frau Dr. Cäcilia Giebermann, der Großnichte des 1946 ermordeten Pfarrers Josef Marxen. Untermalt von Fotos aus dem albanischen Dorf, in dem Pfarrer Marxen seine Gemeinde betreute, berichtete Dr. Giebermann aus dem Leben und Wirken des in Albanien sehr beliebten Priesters. Zahlreichen Einwohnern war er mehr als nur Priester und aufgrund seines steten Einsatzes für die Bedürftigen, erhielt er große Unterstützung aus der Bevölkerung, als die Kommunisten nach Abzug der Deutschen Wehrmacht das Kommando in Albanien übernahmen. Aber auch die Hilfe der Einheimischen reichte nicht aus und so wurde Pfarrer Marxen nach langer Gefangenschaft am 16. November 1946 in der Nähe von Tirana erschossen aufgefunden.


Nach vielen Jahren der Spurensuche, pflegt Frau Dr. Giebermann nun regelmäßig den Kontakt zum Heimatdorf ihres Großonkels, der dort nach wie vor sehr beliebt ist. In ihrem Buch „Josef Marxen – Missionar in Albanien – Eine Spurensuche“ beschreibt Dr. Giebermann das Leben und Wirken des 2016 selig gesprochenen Pfarrers Josef Marxen. Den Anwesenden stellte sie ein Bücherkontingent, mit der Bitte um eine kleine Spende, zur Verfügung. Ebenfalls gegen eine Spende zu erwerben, waren Stickereien und Handarbeiten von Frauen aus dem Dorf in Albanien, dass diese aus Dankbarkeit der ursprünglichen Heimat ihres Pfarrers zur Verfügung stellten. Alle Einnahmen aus den Spenden werden von Frau Dr. Giebermann an Bedürftige der albanischen Gemeinde weiter gegeben. Nach einem kleinen Imbiss, begann mit der Ausstellung im Heimatarchiv der dritte Akt der Veranstaltung. Hier hatte Manfred Schmid, unterstützt von den Kirchengemeinden und weiteren Helfern, eine Ausstellung über die Geschichte des Worringer Christentums auf die Beine gestellt, die alle Besucher mehr als überraschte. Zahlreiche Fotowände und Vitrinen mit historischen Aufnahmen und religiösen Ausstellungstücken, u.a. eine 300 Jahre alte Kirchenbank, nahmen die Besucher mit Interesse zur Kenntnis. Eingebettet in die Ausstellung, war die Übergabe eines neuen Fotokalenders durch Geschäftsführer Guido Stephan von der Antoniter Siedlungsgesellschaft, der in Zusammenarbeit mit dem Heimatarchiv aufgelegt wurde. Hier werden dreizehn historische Fotos des 800 Jahre alten Fronhofes gezeigt und dieser Kalender ist ab sofort für 5,- € als Spende zu erwerben.
Ebenfalls in der Ausstellung, ein besonderes Unikat, eine Fahne aus Albanien, die Mutter und Tochter zeigt, die von den Dorfbewohnern von Pfarrer Marxen an seine Großnichte übergeben wurde. Frau Dr. Giebermann übergab diese Fahne, incl. der Schenkungsurkunde an Pfarrer Thomas Wolff zum Verbleib in der katholischen Kirchengemeinde.
Manfred Schmidt als Organisator der Ausstellung, zeigte sich von der Resonanz begeistert und dankte allen Unterstützern und Helfern. In seinen Grußworten ging er sehr intensiv auf die Geschichte des Worringer Christentums ein und wusste viele Dinge zu berichten, die selbst vielen Mitgliedern der Kirchengemeinden bisher unbekannt waren. Worringen wurde erwiesenermaßen erstmals im 12. Jahrhundert beurkundet. Die Übertragung der Worringer Vogtei des Grafen Gerhard IV. von Jülich nach seinem Tod an den Kölner Erzbischof, wird auf das Jahr 1143 datiert. Mit einer Urkunde Kaiser Friedrich I. Barbarossa von 1153, bekräftigte dieser auf der Reichsversammlung zu Worms, dass der Kölner Erzbischof Arnold II. von Wied, noch als Domprobst von Erzbischof Arnold I. die „villa worunch“ für 100 Mark erworben habe. Die schriftliche Ersterwähnung einer Worringer Pfarrkirche stammt aus dem Jahr 1274. Im Wert- und Zinsverzeichnis des Kölner Kirchengutes wird diese an 5. Stelle genannt, was für ein hohes Alter spricht. Es folgten noch zahlreiche Informationen, die den Rahmen einer Berichterstattung sprengen würden, und es kann allen Interessierten nur empfohlen werden, die Sonderausstellung zum Thema „1.200 Jahre Christentum in Worringen“ zu besuchen. Die Sonderausstellung ist bis zum 06. Februar 2019 im Heimatarchiv Worringen, Breiter Wall 4, zu besichtigen. Ständige Öffnungszeiten sind mittwochs von 17.00 bis 19.00 Uhr.  Gruppen können auf Anfrage beim Heimatarchiv gesonderte Führungen anmelden.

Heimatarchiv November 2018
Bericht: Jakob Mildenberg


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